Düsseldorf. Die Giants sind unter Druck, nicht nur sportlich. In der Basketball-Bundesliga dümpeln sie im Tabellen-Keller herum, beherrschendes Thema vor dem Heimspiel am Mittwoch gegen Paderborn aber war das Geld. Denn in der Kasse klafft ein Riesen-Loch – verursacht vor allem durch den Rückzug eines Sponsors.
Die Stadt will helfen: 480.000 Euro Extra-Zuschuss hat die städtische Sportagentur eingeplant – zu den 90.000 Euro, die eh schon vorgesehen waren. Das ist viel, angesichts der Tatsache, dass der gesamte Giants-Etat nur gut zwei Millionen Euro umfasst. Dennoch sind sich die Sportpolitiker einig.
„Wir stehen vor der Frage, ob man einen Verein, der ein Riesen-Potenzial hat, einfach fallen lässt – oder ob wir helfen, wie wir Fortuna geholfen haben“, sagt Monika Lehmhaus (FDP), Vorsitzende des Sportausschusses. Ihre Antwort: „Die Giants machen eine extrem gute Jugendarbeit, wir sollten sie stützen. Das Beispiel Fortuna zeigt, dass sich das auszahlen kann.“
Bei der DEG könnte sich die nächste Finanzkrise anbahnen
Die Giants siedelten vor anderthalb Jahren aus Leverkusen über, der verstorbene OB Joachim Erwin war maßgeblich daran beteiligt. Dieser Erfolg soll jetzt nicht aufs Spiel gesetzt werden, das ist Konsens unter den großen Fraktionen. Einig ist man sich auch darin, dem Club Auflagen zu machen, etwa was Spar-Maßnahmen angeht.
Die Giants selbst wollten das Thema gestern nicht kommentieren. Die Zurückhaltung mag auch damit zu tun haben, dass man der Stadt nicht in die Parade fahren will. Die fürchtet neue Begehrlichkeiten anderer Vereine. Dabei werden schon jetzt alle Top-Clubs bedacht: Im Etat 2010 der Sportagentur sind 110.000 Euro für Fortuna sowie je 90.000 für DEG (Eishockey), HSG (Handball), Borussia (Tischtennis) und eben die Giants eingeplant.
Doch das könnte bei einigen Vereinen nicht reichen. Die HSG etwa hat den niedrigsten Zuschauerschnitt der ersten Handball-Liga, auch beim Eishockey ist ein anhaltender Zuschauerschwund zu beklagen (siehe Grafik). „Die DEG steuert materiell in die Krise“, meint Günter Karen-Jungen von den Grünen.
Zwar ist auch er für eine Finanzspritze für die Giants, solange sie nicht auf Kosten des Breitensports geht, aber: „Wir sollten im Januar eine generelle Debatte darüber führen, ob und welche Profi-Vereine wir fördern wollen – und mit welchen Summen.“
Die Marschrichtung müsse regelmäßig überprüft werden, meint auch Dirk Sültenfuß (CDU): „Wir diskutieren intern ständig die strategische Ausrichtung, das werden wir auch künftig tun.“ Grundsätzlich sei es sinnvoll, Profi-Clubs zu stützen: „Sie sind ein wichtiger Image-Faktor für die Stadt, das ist auch Wirtschaftsförderung.“
Christina Begale, Chefin der Sportagentur, rechnet vor: „Dieses Jahr kamen mehr als eine Million Zuschauer zu den Spitzensport-Veranstaltungen. Der Zuschuss pro Kopf liegt bei 2,68 Euro. Das sollte es uns wert sein.“ Zum Vergleich: In NRW wird jede Theaterkarte mit 135 Euro subventioniert.
Skeptisch bleibt indes SPD-Fraktionschef Markus Raub. Zuschüsse seien zwar im Prinzip in Ordnung, „aber nicht um jeden Preis. Es muss sicher sein, dass die Vereine kooperieren und eine Perspektive haben. Fässer ohne Boden darf es nicht geben.“




