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22. Februar 2010 - 18:13 Uhr
Krefelder Schulpreis: 90 Schüler auf dem Podest
von Chrismie Fehrmann
Gewinner sind die Jahnschule, die Josef-Hafels-Schule und gleich zweimal die Gesamtschule Kaiserplatz.
 
 

Krefeld. Im altehrwürdigen großen Saal des Krefelder Rathauses hatten gestern Nachmittag Kinder das Sagen. Rund 90 Mädchen und Jungen saßen, da die Stühle nicht ausreichten, unkonventionell auf dem Boden, standen an den Wänden und lehnten gespannt an den Fensterbänken. Sie mussten sich 30 Minuten gedulden, bis Oberbürgermeister Gregor Kathstede die Gewinner des von ihm ausgelobten vierten Krefelder Schulpreises bekanntgab.

Sieger ist die Gesamtschule Kaiserplatz mit ihrem Projekt „Sicherheit ist cool“, das auf dem Wettbewerb „cool & fair“ des Krefelder „Fairkehrs“ basiert. Die Schüler erhalten 2500 Euro für die Klassenkasse. Zweite, und damit Gewinner von 1500 Euro, wurde die Jahn-Grundschule mit ihrem integrativen Projekt „Begegnungen von Jung und Alt“. Über 1000 Euro für den dritten Platz freuen sich die Kinder der Josef-Hafels-Hauptschule. Sie engagierten sich mit ihrem Theaterstück „Im Geisterwald“. Diese Geldbeträge lobte die Sparkasse aus. Der mit 500 Euro dotierte Sonderpreis der Bürgerstiftung ging ebenfalls an die Gesamtschule Kaiserplatz für „OK! – Operation Kaiserplatz“.

Am Theaterstück „Im Geisterwald“ nehmen 21 Hauptschüler der 7a teil. Die ursprüngliche Unterrichtsidee, Verben und Namen pantomimisch darzustellen, wurde mit weiteren Einfällen angereichert, so dass ein Theaterstück entstand. Das wurde von den Schülern mit Hilfe des Musiklehrers realisiert. Kostüme und Masken wurden selbst hergestellt. Zielgruppe war ursprünglich die Parallelklasse. Schnell hat die Klasse ihren Aktionsradius erweitert (Grundschule, Förderschule), zuletzt gab es eine Aufführung im Altenheim. Ziel: Stärkung der Klassengemeinschaft, gemeinsame Entwicklung und Umsetzung der Grundidee.
Am Projekt „Sicherheit ist cool“ nahmen 39 Schüler – elf und zwölf Jahre alt – teil. Es basiert auf dem Wettbewerb „Cool & fair“. Gedreht wurde ein Film, der sich mit der „Sicherheit von radfahrenden Kindern im Straßenverkehr“ beschäftigt. Die Hauptperson fährt in einer Phase ohne Helm, und ohne Licht und wird bei einem Unfall verletzt. In Phase zwei hat sie einen Helm, das Licht ist repariert – sie folgt ihren guten Vorbildern. Über den Film hinaus gingen Siebtklässler vom Kaiserplatz in Grundschulen, zeigten den Film, sprachen mit den Jüngeren über verkehrssichere Räder und erstellten eine Info-Broschüre.
„Begegnungen von Jung und Alt“ heißt das Langzeitprojekt (seit 1993) der Jahnschule mit 400 Grundschülern aus allen Klassen. Es hat sich über viele Stationen entwickelt: Besuche der Schüler im Altenheim mit gemeinsamem Singen, Besuche der Senioren in den Klassen, Weihnachts- und Nikolaussingen. Seit 2002 finden regelmäßige Besuche der Schüler im Seniorenheim statt. Dabei werden kleine Geschenke überreicht. Zielsetzung: Beide Generationen profitieren vom Projekt. Die Kinder lernen den respektvollen Umgang mit den Senioren kennen, die ihrerseits mehr Außenkontakte gewinnen.
Beim Projekt „OK – Operation Kaiserplatz“ machen 29 Schüler der Klasse 10f mit. Sie sammeln regelmäßig in ihrer Mittagspause PET-Pfandflaschen der Anwohner am Kaiserplatz. Das eingelöste Pfand ist als Spende für den Verein „Sonne, Mond und Sterne“ gedacht. Zum Verein wurde ein persönlicher Kontakt hergestellt, eine Mitarbeiterin wurde in die Schule eingeladen. Der Verein erfüllt Menschen mit einem schweren Schicksal einen Herzenswunsch (die WZ berichtete mehrfach). Die Schüler führen Buch über die Einnahmen. Mittlerweile bringen Anwohner selbst ihre Flaschen zu einer vereinbarten Sammelstelle.

„Ihr seid alle Gewinner des Wettbewerbs“, fand Oberbürgermeister Gregor Kathstede gleich zu Beginn der kleinen Feierstunde. „Ihr habt gute Ideen in tolle Projekte verwandelt. Die Jury musste bei der Preisvergabe lange nachdenken.“ Beworben hatten sich insgesamt acht Schulen.

In Krefeld, so Kathstede, habe das Miteinander der verschiedenen Kulturen, von Alt und Jung Tradition, die Umwelt liege den Bürgern am Herzen. „Eure sozialen, kulturellen und ökologischen Projekte passen zu Krefeld wie ein Maßanzug. Sie zeigen die Richtung, in die unsere Stadt gehen kann, damit sie noch bunter, grüner, sauberer, sicherer und lebenswerter wird.“

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Ludger Gooßens, erklärte: „ Die Jugend ist unser großes Kapital. Ihre Projekte zu unterstützen, ist unser öffentlicher Auftrag. Wir unterstützen Vereine und Einrichtungen mit ausgeprägter Jugendarbeit. Mit ihren Projekten bekommen die Kinder vielleicht den Kick, sich ehrenamtlich zu engagieren.“ Margot Erbslöh, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung: „Unser Geld für den Sonderpreis ist angelegt für die Zukunft.“

Schließlich applaudierten die Kinder so lange, bis die Verantwortlichen versprachen, auch den fünften Krefelder Schulpreis auszuloben. Dann trugen sie sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

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